Was machtn eigentlich Fischmob?!!
Jeder von uns hat ja so Lyrics-Fragmente im Kopf, die sich irgendwann und irgendwie mies festgesetzt haben, und stets zu fatalerweise meist komplett ungünstigen Gelegenheiten hinaus in die Freiheit drängen..
Ich habe meiner Umwelt schon so viel gegeben durch komplett aus dem Zusammenhang gerissene EAV-Zitate, die ich in meiner Jugend Maienblüte verinnerlicht habe. Seitdem ich 8 bin, beende ich jedes dritte Telefonat mit “Hinter mir steht meine Frau, sieben Kinder und der Hund, also Ciao!”
Dabei zwischen privaten und geschäftlichen Gesprächen zu trennen, wäre unsouverän, die Nummer muss schon stringent durchgezogen werden.
Jedenfalls: das Schicksal wollte es, dass ich auch die 1998 erschienene Fischmob-Platte “Power” nahezu in Gänze memoriert habe.

Alles andere wäre Frevel, denn Textzeilen wie:
“Sie hatn Händedruck der Hände bricht/ n Gesichtstattoo, das Bände spricht/ ihr Rücken ist breiter als vom Hafenarbeiter/ und beim Bizepsvergleich werd ich nur zweiter- leider!/”
stehen für mich ohne jeden Zweifel in der Tradition romantischer Poesie von Shakespeare, Rilke, Eichendorff und Co.
Von derlei hochqualitativen Zeilen wimmelt es auf besagtem Album geradezu, jeder Song ein Hit mit zwerchfellerschütterndem Hörspielintro- oder Outro, und die Beats sind fresh wie Fairy Ultra! ( <- krasse HipHop-Metapher von mir!!)
Irgendwann nach “Power” ging Fischmob irgendwie die Puste aus, und zack- weg waren sie! Diverse Bandmitglieder haben im Anschluss wohl noch vereinzelt irgendwelchen obskuren DJ-Stuff veröffentlicht, aber auch hier greift das Beatles-Prinzip: zusammen godlike, einzeln eher so naja..
Deswegen plädiere ich hiermit aufs heftigste für eine längst überfällige Fischmob-Reunion! Lasst Euch nicht so feiern, und dreht die Clubs nochmal auf links! Nicht zuletzt meine Umwelt wird es Euch danken! Die können “Power” aufgrund meiner konstanten Abfeierei nämlich mittlerweile ebenfalls nahezu komplett mitsprechen!